Adipositas-Chirurgie (Magenoperation)

In unserem Adipositas Zentrum kommen die neuesten Technologien für ein gewebeschonendes Operieren zum Einsatz. Dabei stehen unterschiedliche Operationstechniken zur Verfügung, die sich in zwei Kategorien einteilen lassen:

  • Durch eine operative Verkleinerung des Magens wird ein frühes Sättigungsgefühl erzielt. Die Patient*innen nehmen somit kleinere Mengen an Nahrung und weniger Kalorien zu sich.
  • Durch eine operative Verkürzung der Verdauungsstrecke für die Nahrung im Dünndarm kann der Körper Kalorien nicht mehr vollständig aufnehmen.

Die meisten Operationsmethoden kombinieren diese beiden Effekte. Für einen langfristigen Effekt ist eine Lebensstiländerung trotz Operation unbedingt notwendig. Aus diesem Grund bieten wir eine 12-wöchige Trainingstherapie für alle Patient*innen an, die sich einer Adipositas-Operation unterziehen.  

 

Erfahrung des Adipositas Zentrums

Das Barmherzige Schwestern Krankenhaus Wien verfügt über langjährige Erfahrung und höchste Expertise in der Behandlung von Menschen mit krankhaftem Übergewicht. Unser Adipositas Zentrum ist von der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie und der Österreichischen Gesellschaft für Adipositas und Metabolische Chirurgie zertifiziert.

Pro Jahr werden bei uns mehrere hundert Eingriffe erfolgreich durchgeführt. Die derzeit am häufigsten angewandte Operation ist der Magenbypass (Y-Roux und Omega Loop), gefolgt von der sogenannten Sleeve Resektion (oder Sleeve Gastrectomy), die umgangssprachlich auch Schlauchmagen genannt wird. Zudem wenden wir die Technik SADI-S an, eine Kombination aus Omega Loop-Magenbypass und Schlauchmagen. Alle diese Methoden führen im Wesentlichen zu einer Verkleinerung des Magens. Das Magenband hat gänzlich an Bedeutung verloren, da es langfristig nicht die gewünschten Erfolge gebracht hat.

Die Eingriffe werden laparoskopisch durchgeführt: Die Operationsinstrumente werden über 5 bis 10 Millimeter große Schnitte eingeführt und große Narben damit vermieden.

 

Für wen ist die Operation geeignet?

Ab einem Body Mass Index (BMI) von über 40 kg/m2 bzw. von über 35 kg/m2 mit gewichtsbedingten Zusatzerkrankungen wie Diabetes mellitus, Bluthochdruck (Hypertonie), Schlafapnoe-Syndrom (SAS) oder Ähnlichem ist die Operation eine wirksame Therapieoption.

Die Operation wird ausschließlich in Spezialzentren mit umfassender Ausstattung, Fachwissen und einem multidisziplinärem Team durchgeführt. In unserer Abteilung für Chirurgie sind mehrere Expert*innen auf Magenoperationen bei krankhaftem Übergewicht spezialisiert. Unser Ziel ist eine möglichst rasche Mobilisierung der Patient*innen und damit eine schnelle Erholung nach der Operation zu erreichen (Fast-Track-Konzept).

 

Diese Adipositas Operationen führen wir durch:

Schlauchmagen (Sleeve Resektion, Magenverkleinerung)

Beim Schlauchmagen handelt es sich um eine Magenverkleinerung. Hierbei wird ein Anteil des Magens entfernt, sodass ein schlauchförmiger Magen mit geringem Füllvolumen entsteht. Dadurch kommt es bereits nach wenigen Bissen zu einem Sättigungsgefühl. Der natürliche Magenausgang und der Darmtrakt bleiben unverändert.

Bei ungenügendem Erfolg kann in einer Zweitoperation der Schlauchmagen in einen Magenbypass umgewandelt werden.

Magenbypass Y-Roux und Omega Loop

Beim Magenbypass Y-Roux und Omega Loop handelt sich um kombinierte Verfahren aus Magenverkleinerung und Umgehung eines Teils des Dünndarms. Dabei wird ein kleiner Vormagen (Pouch) gebildet, der direkt mit einer Dünndarmschlinge verbunden wird. Nach diesem Eingriff können wichtige Nahrungsbestandteile nur noch vermindert aufgenommen werden.

SADI-S (Single Anastomosis Duodeno-Ileale Bypass mit Sleeve)

Der SADI-S ist eine Kombination aus einer Sleeve Resektion (Schlauchmagen) mit einem Omega Loop Bypass, wobei die Verbindung zwischen dem Schlauchmagen und dem Dünndarm nach dem Magenschließmuskel (Pylorus) angelegt wird. Durch die drastische Verkleinerung des Magenvolumens und durch eine Umgehung des ersten Dünndarmabschnittes werden sowohl die Essensmenge an sich als auch die Aufnahme der Nahrung aus dem Darm reduziert.

Wahl der Operationsmethode

Die Wahl der Operationstechnik wird individuell auf die*den Patientin*Patienten* abgestimmt. Es gibt keine Methode, die für alle Betroffenen gleichermaßen geeignet ist. Die Entscheidung erfolgt nach strengen Kriterien in einem spezialisierten, interdisziplinären Team aus Expert*innen der Inneren Medizin, Ernährungsberatung, Chirurgie und Psychologie und wird gemeinsam mit der*dem Patientin*Patienten* getroffen.

 

Nachsorge nach der Operation bei krankhaftem Übergewicht

Die chirurgische Nachsorge nach einer Operation erfolgt im Rahmen der Spezialambulanz, wobei anfangs kurze Kontrollintervalle und im weiteren Verlauf jährliche Kontrollen vereinbart werden. Der Erfolg des Gewichtsverlustes wird dokumentiert. Gegebenenfalls können chirurgische Probleme besprochen werden. Darüber hinaus wird eine spezielle diätologische, internistische, psychologische und psychosomatische Nachsorge im Krankenhaus angeboten und mit Ärzt*innen aus dem niedergelassenen Bereich zusammengearbeitet.

Unsere Nachsorgebroschüre „Gesundheitspass zur bariatrischen Operation: Ihre persönliche Gesundheitsdokumentation“ – ähnlich wie der Mutter-Kind-Pass – begleitet die Patient*innen nach ihrer Magenoperation.
 


OA Dr. Georg Tentschert, Leiter des Adipositas Zentrums, FA für Allgemeinchirurgie und Viszeralchirurgie im Gespräch mit einer Patientin

 

Grafiken: Hannes Kosina

  

Kontakt

Brigitte Christ

Assistentin Adipositas Zentrum

T: +43 1 59988-2132

Gruppenschulung Ernährung

Wir bieten Gruppenschulungen zum Thema Ernährung NACH einer bariatrischen (Adipositas-) Operation in unserem Krankenhaus an. Nähere Informationen und die Termine finden Sie hier.

Bei Fragen wenden Sie sich gerne an unsere Diätologin Andrea Müller unter +43 1 59988-6815 oder andrea.mueller2@bhs.at.

Trainingstherapie

Bei Fragen zur Trainingstherapie ist das Team des Physikalischen Instituts von Montag bis Freitag von 9.00-12.00 Uhr für Sie erreichbar unter +43 1 59988-1950.