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Was ist Diabetes?

Diabetes mellitus oder „Zuckerkrankheit“ ist eine chronische Störung des Stoffwechsels. Hauptbeteiligte sind das Hormon Insulin und der Einfachzucker Glukose, ein lebenswichtiger Nährstoff der Körperzellen. Insulin wird in der Bauchspeicheldrüse gebildet und ist zuständig für den Transport der Glukose in die Zellen.

Bei Diabetes besteht ein Insulinmangel und/oder eine Unterempfindlichkeit der Körperzellen für Insulin.

Während bei Typ 1 Diabetes der Insulinmangel im Vordergrund steht, ist bei Typ 2 Diabetes die Insulinunterempfindlichkeit oder auch Insulinresistenz von vorrangiger Bedeutung. Dadurch entstehen zwei Probleme: Einerseits kommt den Zellen der Energielieferant Glukose abhanden, andererseits richtet die im Blut überreichlich vorhandene Glukose Schäden an Gefäßen, Nerven und Organen an. Diese Schäden bleiben von vielen Patientinnen und Patienten vorerst unbemerkt. Und genau darin liegt die Gefahr: Spätfolgen der unentdeckten Zuckerkrankheit sind Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenversagen (in Folge Dialyse) und Erblindung. Im schlimmsten Fall endet der unbehandelte Diabetes tödlich.

Symptome erkennen

Diabetes bleibt aufgrund der über lange Zeit bestehenden Beschwerdefreiheit unentdeckt. Aber in dieser Zeit entstehen bereits die ersten Schäden an den Blutgefäßen.
Symptome, die auf eine Erkrankung mit Diabetes hinweisen:

  • Durstgefühl
  • Abgeschlagenheit und Leistungsabfall
  • Häufiges Wasserlassen, auch nachts
  • Juckreiz
  • Appetitlosigkeit, Gewichtsabnahme oder Heißhunger
  • Sehstörungen
  • Abnehmen von Libido und Potenz bei Männern, unregelmäßige Periodenblutung bei Frauen
  • Erhöhte Infektanfälligkeit, schlechte Wundheilung und Hautinfektionen

Diabetes: Eine Krankheit mit vielen Gesichtern

Typ 2 Diabetes hat sich zu einer Volkskrankheit entwickelt: In Österreich leben derzeit ca. 500.000 Typ 2 Diabetiker. Begünstigt wird die Erkrankung durch fettreiche, ballaststoffarme Ernährung, Bewegungsmangel, Rauchen, Bluthochdruck und durch höheres Lebensalter.

Übergewicht gilt als besonders wichtiger Faktor: Durch den erhöhten Körperfettanteil sprechen die Körperzellen immer weniger auf das von der Bauchspeicheldrüse produzierte Insulin an (Insulinresistenz). Die Bauchspeicheldrüse produziert daraufhin mehr Insulin. In der ersten Zeit kann sie der Insulinresistenz zwar gut entgegenwirken (relativer Insulinmangel), nach einigen Jahren sind die Betazellen jedoch erschöpft, die Insulinproduktion versiegt.

Anders als bei Typ 1 Diabetes tragen genetische Faktoren zur Entwicklung des Typ 2 Diabetes bei, der sich aber auch durch einen gesunden Lebensstil vermeiden lässt. Die wichtigsten Verbündeten zur Prävention sind dabei regelmäßige Ausdauerbewegung und gesundes Essen: Ganz oben auf dem Speiseplan stehen Gemüse, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Obst und Fisch. Tierisches Fett und Fleisch spielen untergeordnete Rollen. Wenn schon Fett, dann pflanzlich: Empfehlenswert sind Öle aus Oliven, Raps, Kürbis- oder Sonnenblumenkernen.

Die Behandlung des Typ 2 Diabetes

Ein früher Behandlungsbeginn mit Lebensstiländerung und medikamentöser Therapie ist die Basis für ein lange beschwerdefreies Leben. Auf Nikotin sollte unbedingt verzichtet werden.

Eine Heilung in dem Sinne, dass die Krankheit vollkommen verschwindet, gibt es zwar nicht, die Werte lassen sich jedoch bis zum Normbereich senken. An Medikamenten stehen sowohl Tabletten als auch Insulin zur Verfügung.

Diagnose: Gleiche Kriterien bei beiden Formen

Um die Diagnose 'Diabetes mellitus' zu stellen, wird der Zuckergehalt im Blut bestimmt. Liegt die Blutglukosekonzentration nüchtern über 100 mg/dl, besteht ein Vorstadium des Diabetes (gestörte Nüchternglukose) oder bereits ein Typ 2 Diabetes. Weitere Blutuntersuchungen bestätigen oder widerlegen dann den Verdacht. Liegt die Blutglukosekonzentration im Plasma nüchtern bei 126 mg/dl oder höher liegt bereits ein manifester Diabetes mellitus vor.

Ab einem Blutzuckerspiegel von 160 mg/dl bis 180 mg/dl wird Glukose über den Urin ausgeschieden. Lässt sich im Urin also Zucker nachweisen, ist das meist ein deutlicher Hinweis auf Diabetes. Aceton oder Eiweiß im Urin geben zusätzlich Auskunft über die Stoffwechsel- bzw. Nierenfunktion. In der Regel werden auch Blutdruck und Blutfettwerte bestimmt, da Diabetes meist ein Teil einer übergeordneten Stoffwechselstörung ist – des sogenannten Metabolischen Syndroms. Es begünstigt Herz-Kreislauf-Erkrankungen und wird definiert durch hohe LDL-Cholesterin- und Triglyceridwerte, niedrige HDL-Werte, einen erhöhten Blutdruck, Übergewicht und Diabetes Typ 2.

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