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Therapie bei Stuhlinkontinenz und Rektumprolaps
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Therapie bei Stuhlinkontinenz und Rektumprolaps

Stuhlinkontinenz beeinträchtigt die Lebensqualität der betroffenen Patientinnen und Patienten stark und führt häufig zu sozialer Isolation.

Die häufigste Ursache ist eine Schließmuskelzerreißung während der Entbindung die oft unerkannt bleibt. Symptome können auch erst nach einigen Jahren auftreten.
Weiters kommt es immer wieder während Operationen im Analbereich (Analfisteln, Hämorrhoiden) zu Verletzungen des Schließmuskels. Bei leichten Formen kommt es zu unwillkürlichem Windabgang, die Symptomatik kann jedoch bis zu täglichem Verlust von geformtem Stuhl reichen.

Nach sorgfältiger Untersuchung des Schließmuskelapparates richtet sich die Therapie danach, ob ein Schließmuskeldefekt vorliegt oder nicht.

In ca. 80 bis 90 Prozent der Fälle ist eine konservative Therapie in Form von Medikamenten eventuell kombiniert mit physikalischer Therapie erfolgversprechend. Die restlichen 10-20% können von einer Operation profitieren. Die am häufigsten angewandte Methode ist der überlappende Sphinkterrepair. Bei der sog. neurologischen Inkontinenz kommt auch das Verfahren der sakralen Nervenstimulation zur Anwendung. Das sehr aufwendige Verfahren des künstlichen Schließmuskels findet in einzelnen Fällen Anwendung.

Der Rektumprolaps ist eine Erkrankung unklarer Genese, die durch einen Vorfall des gesamten Mastdarmes vor die äußere Analöffnung gekennzeichnet ist. Betroffen sind in erster Linie Frauen entweder im höheren Lebensalter mit einer vorbestehenden Schwäche der Beckenbodenmuskulatur oder aber auch jüngere Frauen mit chronischer Verstopfung, bei denen die Entstehung des Prolaps durch das häufige Pressen begünstigt wird.
Die Symptomatik reicht von Stuhlverstopfung oder -inkontinenz über Blutabgänge bis zu dem typischen Prolapsgefühl.

Die Therapie ist rein chirurgisch. Bei Patienten in gesundheitlich gutem Zustand wird die Operation durch den Bauchraum bevorzugt da bei dieser Operationsmethode die Rezidivhäufigkeit (d. h. die Häufigkeit des Wiederauftretens) wesentlich geringer ist. Diese Operation wird heute soweit möglich in minimalinvasiver Technik (mit nur wenigen kleinen Schnitten) durchgeführt.

Wenn Patienten für diesen Eingriff aus gesundheitlichen Gründen nicht geeignet sind, so gibt es Operationsverfahren die vom After her durchgeführt werden können. Diese sind einerseits für den Patienten weniger belastend, aber andererseits kommt es in fast 50 Prozent der Fälle zu einem Wiederauftreten des Prolaps. Dieser kann problemlos erneut auf diese Art operiert werden. Bei Eingriffen die vom After her durchgeführt werden, ist eine Narkose nicht erforderlich.

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