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Das Rektumkarzinom

Rektumkarzinom im unteren Drittel.

Diagnose und weitere Vorgehensweise

Ein wesentliches Problem in Bezug auf die frühzeitige Diagnose von Rektumkarzinomen stellt die Tatsache dar, dass Patienten zwar lange bevor sie einen Arzt aufsuchen, Blut im Stuhl bemerken, dies jedoch auf Hämorrhoiden zurückführen. Diese Annahme ist nicht in allen Fällen zutreffend, da Blut im Stuhl auch auf einen Tumor hinweisen kann und eine Abklärung durch einen Arzt erfordert. In vielen Fällen kann die Diagnose schon durch eine einfache, vom Hausarzt durchgeführte rektal-digitale Untersuchung gestellt werden.

Da durch die Tastuntersuchung nur ein kleiner Teil des Rektums untersucht wird, kann ein Rektumkarzinom nicht vollständig ausgeschlossen werden. Aus diesem Grund ist es wichtig, vor allem bei gegebenem Verdacht, als darauffolgenden Schritt den Patienten zur weiteren Abklärung zu schicken. Dabei ist es von großer Bedeutung ihm die Angst vor der Endoskopie zu nehmen und ihn über den weiteren Verlauf so gut wie möglich aufzuklären.

Sonographie eines Rektumkarzinoms
Beim Rektumkarzinom ist ein genaues Staging Standard.

Therapieplanung – präoperatives Staging

Für das Rektumkarzinom gelten andere Regeln als für das Kolonkarzinom. Ein präoperatives Staging ist von eminenter Bedeutung, weil danach die Entscheidung getroffen wird, ob der Patient von einer neoadjuvanten Strahlen-/ Chemotherapie profitiert oder ob gleich operiert wird.

Vorbehandelt werden Tumoren des unteren und mittleren Rektumdrittels im Stadium 3 und 4. Zu den Standarduntersuchungen des Stagings zählen Endoskopie, rektale Sonographie und Magnetresonanztomographie sowie zur Beurteilung der Fernmetastasierung eine 128-Zeilen- ultidetektor-Computertomographie von Thorax und Abdomen. Die Ergebnisse der Untersuchungen liefern die Basisinformation dafür, die individuell beste Behandlungsmethode für den Patienten auszuwählen.

Behandlungsmethoden

Tumore im Frühstadium können, wenn sie histologisch einen geringen Malignitätsgrad aufweisen, peranal mittels Vollwandexcision entfernt werden. Auf der anderen Seite kann bei lokal fortgeschrittenen Tumore durch eine sechswöchige Bestrahlung in Kombination mit einer Chemotherapie oft eine Tumorverkleinerung erzielt und die Lokalrezidivrate dadurch deutlich gesenkt werden.

Auch tiefe Rektumtumoren können laparoskopisch minimalinvasiv und onkologisch gerecht operiert werden. Seit zwei Jahren wird auch die Single Port Technik häufig angewandt, bei der im Gegensatz zur konventionellen Laparoskopie alle Operationsschritte über einen einzigen Zugang erfolgen. Das Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Wien ist auf dem Gebiet der laparoskopischen Rektumchirurgie sicherlich federführend und diese minimalinvasive Methode hat sich als sehr erfolgreich und effektiv erwiesen mit einer geringeren perioperativen Belastung für den Patienten.

Transanale Präparation des Mesorektums

TAMIS – die Zukunft im OP beginnt heute

TAMIS steht für Transanal Minimally Invasive Surgery und stellt eine neue OP Technik dar, nur wenige Zentren in Österreich führen sie bereits durch. Insbesondere bei tief gelegenen Tumoren im Kleinen Becken des Mannes kann eine Rektumresektion sehr schwierig sein, da sowohl in offener als auch in laparoskopischer Technik die Sicht vom Bauch her immer schwieriger wird. Die laparoskopische Präparation von peranal, wo ein Port eingeführt wird und dann über CO2 Insufflation übersichtlich operiert werden kann, ist anspruchsvoll, ermöglicht aber gute Übersicht im „no mans land“ und maximalen Schließmuskelerhalt.

Doppelprimariat in der Chirurgischen Abteilung

Ab Jänner 2015 übernimmt unser Prim. Univ.-Prof. Mag. Dr. Alexander Klaus, auch die Leitung der Chirurgischen Abteilung im Herz-Jesu Krankenhaus. Die beiden Krankenhäuser der Vinzenz Gruppe werden in Zukunft in der Chirurgie enger kooperieren. Erfahrene Chirurgen unterstützten Prof. Klaus in den beiden Krankenhäusern.

Durch die enge interne Zusammenarbeit entsteht ein großes chirurgisches Team und damit noch bessere Spezialisierungsmöglichkeiten der einzelnen Chirurgen. Die Schwerpunktsetzung bringt höhere Fallzahlen und dadurch eine weitere Qualitätsverbesserung in der Patientenbetreuung mit sich.

Tagesklinische Eingriffe

Unsere Tagesklinik erhält beste Bewertungen von den Patientinnen und Patienten. Kürzlich startete die Chirurgische Abteilung mit tagesklinischen Eingriffen. Durch den minimalinvasiven Schwerpunkt unserer Chirurgie sind ab sofort die Operationen von Nabel-, Narben- und Leistenhernien, Port-acath Im- und Explantationen sowie Varizen- und Lymphknotenentfernungen tagesklinisch möglich. Neu sind auch die tagesklinische Entfernung der Gallenblase und ausgewählte proktologische Eingriffe. Prim. Univ-Prof. Dr. Alexander Klaus hat mit seinem 12-köpfigen Chirurgie-Team einen umfassenden tagesklinischen Operationskatalog erstellt. Diesen finden Sie im Zuweiserfolder „Tagesklinik” auf unserer Zuweiserseite im Internet.

Varizen tagesklinisch

Unser minimalinvasiver Schwerpunkt setzt sich in der Varizenchirurgie fort. Mit der EVLT (endovenöse Lasertherapie) bieten wir eine neue tagesklinische Alternative zur klassischen Crossektomie mit Stripping. Kriterien für die Tagesklinik sind Patientencompliance, eine begleitende bzw. betreuende Person, keine schlechtere Einstufung als ASA II, eine einseitige Operation und fehlende Ausschlusskriterien.

Das Behandlungsmodell: Diagnose in der Ambulanz, ambulante OP in der Tagesklink, Kontrolle am 1. Postop. Tag, ev. Nahtentfernung am 7. postop Tag, Abschlusskontrolle 5. Woche postop.
Kompressionsstrümpfe: EVLT: 1+1 Woche, OP: 1+4 Wochen
Varizenambulanz ist jeden Mittwoch von 13.30 bis 15.30 Uhr.

Neu: Assistentin des Adipositas-Zentrums als zentrale Ansprechperson

Im Adipositas-Zentrum steht die persönliche Betreuung der Patientinnen und Patienten im Mittelpunkt. Um adipöse Menschen bei ihrer Therapie noch besser unterstützen zu können, steht DGKS Birgit Emathinger nun als zentrale Ansprechperson zu Verfügung.

Ein Unternehmen der VINZENZ GRUPPE Gesundheit kommt von Herzen